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KI in der Hausverwaltung — Fragen, die wir täglich hören

Ein lebender Leitfaden zu KI für deutsche Hausverwaltungen: Software, Kosten, DSGVO, EU AI Act, WEG-Reform. Geschrieben von einem Operator, nicht von einem Berater.

Die wichtigsten KI-Anbieter im Vergleich

Der deutsche Markt teilt sich in ERP-Kern (Aareon, DOMUS, Karthago, Immoware24) und Portal- und Kommunikations-Layer (Casavi, etg24, iDWELL). KI-Funktionen sitzen 2026 vor allem im Portal-Layer. Die folgende Tabelle ordnet die fünf relevanten Optionen für Verwaltungen zwischen 100 und 2.000 Einheiten (VDIV BB 2025).

KI-Software für Hausverwaltungen (Stand Mai 2026)
ProduktKI-FunktionenWann passt es
Casavi AI Voice Pro (MANAGBL.AI)Telefon-KI (bis 15 simultane Anrufe), KI-Antwortvorschläge im Portal, AI Assist im TagesgeschäftWenn der größte Schmerz Telefon ist und das Casavi-Portal bereits läuft oder ohnehin geplant ist
Aareon AAVAAAVA als Chat-Assistent für Aareon-Kunden, Aareon Connect Schnittstelle zu CasaviWenn die ERP-Familie Aareon ist (Wodis, GES, PowerHaus); für andere ERPs eingeschränkt nutzbar
SCALARA (Lara)Buchungsregeln, kontextbezogene Hilfe (KI-Assistentin Lara), 24/7-Chatbot in VorbereitungKleine bis mittlere Verwaltungen unter 500 Einheiten mit Cloud-Affinität
Immoware24Mieter- und Eigentümer-Chatbot, OCR-Integration über ModuleWachsende Cloud-Verwaltungen mit Bedarf an integrierter Mieterkommunikation
Vectimo Custom-StackMikro-Automatisierungen auf bestehende Software (n8n + Claude + DATEV-Schnittstellen), Mensch-im-Loop bei jeder EntscheidungWenn die ERP-Landschaft heterogen ist (z. B. DOMUS + Outlook + Excel) und keine Plattform-Migration finanzierbar oder gewünscht ist
Quellen: Anbieter-Selbstauskünfte, online-hausing.de, software-hausverwaltung.com, eigener Marktscan Mai 2026.

Die häufigsten Fragen

Die folgenden drei Antworten sind der Beginn einer wachsenden Sammlung. Jede Antwort ist datiert und mit Quellen belegt. Senden Sie uns gerne weitere Fragen — wir nehmen sie auf.

Welche KI-Tools sparen Hausverwaltern wirklich Zeit?

Die größten realisierten Zeitersparnisse liegen 2026 in vier Workflows: (1) Mail-Triage und Antwort-Drafts für wiederkehrende Mieter- und Eigentümer-Anfragen (60–80 % der Mails sind FAQ-artig), (2) Schadensmeldungs-Intake mit automatischem Handwerker-Routing, (3) Belegerfassung mit OCR und ERP-Anbindung (e-Rechnungs-Pflicht ab 1.1.2025 macht das ohnehin notwendig), (4) Mahnwesen-Automatisierung für Hausgeld und Miete. Telefonie ist Casavi-Territorium, lohnt sich aber nur, wenn das Portal ohnehin geplant ist. Konservativ messbar: 25–50 % Zeitersparnis auf diesen Workflows, das entspricht 0,5–1 Vollzeitstelle pro 1.000 verwaltete Einheiten.

Was kostet KI für eine Hausverwaltung mit 1.000 Einheiten?

Realistische Budgets für eine Verwaltung mit 1.000 Einheiten und 6–10 Mitarbeitern: 8.000–12.000 € einmalig für Setup und Integration plus 500–1.500 €/Monat für Betrieb, Monitoring und Iteration. Das entspricht 0,5–3 % des Jahresumsatzes (bei ~30 €/Einheit/Monat WEG-Vergütung). Erste messbare Einsparungen erreichen Sie typischerweise nach 2–3 Monaten, ROI nach 6–12 Monaten. Wichtig: Das ist Anbieter-Pricing für gezielte Mikroautomatisierung auf vorhandene Software. Plattform-Tausch-Projekte (z. B. Migration auf Aareon oder Casavi) liegen eine Größenordnung höher und sind in der Regel keine reine KI-Frage, sondern eine ERP-Frage.

Ist KI in der Hausverwaltung DSGVO-konform einsetzbar?

Ja — unter drei Bedingungen. Erstens: Verarbeitung auf EU-gehosteten Servern (Vercel EU, Neon EU, Azure Frankfurt; alle großen LLM-Anbieter haben EU-Endpunkte). Zweitens: Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) mit jedem KI-Dienstleister gemäß Art. 28 DSGVO. Drittens: Mensch-im-Loop bei jeder Entscheidung mit Außenwirkung (Mahnung, Vertragsangelegenheit, Streitfall). Hinzu kommt seit August 2026 der EU AI Act: KI-Systeme zur Bonitätsprüfung oder Auswahl von Mietern fallen unter „Hochrisiko“ nach Annex III und benötigen eine Konformitätserklärung. Reine Workflow-Automatisierung (Mail-Triage, Schadensrouting, Belege) ist regelmäßig „minimales Risiko“ und mit den DSGVO-Maßnahmen abgedeckt.

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